Neulich las ich in dem wunderbaren Booklet „Stilvoll“ von Marlene Sørensen, in dem es sehr wertvolle Tipps gibt, wie man zu einem sicheren Stil findet, den man sein eigen nennen kann.

Die Berichte sind wirklich sehr authentisch und gut umsetzbar. Über einen bin ich allerdings gestolpert: Alex Eagle berichtet, dass sie morgens 7 Minuten braucht, um sich fertig zu machen. 7 Minuten!!! Wie geht das?

Alex ist Creative Director und sucht Kleidung für ihr eigenes Modegeschäft und für die SoHo House Stores aus, die andere Frauen tragen wollen. Sie braucht morgens 7 Minuten.

Ich gebe zu, dass ich zur Zeit auch ein ausgewiesener Morgenmuffel bin. Ähem – das war ich schon immer. Dazu kommt, dass ich mich voll auf den Herbst eingelassen und habe, mir eine neue Serie zugelegt habe (nicht lachen!!! Ich weiß, die ist nicht neu, aber ich bin gerade Homeland-süchtig!) und ausserdem gerade einfach sehr viel lese abends.

img_2365gutSo wird es oft spät und der Wecker sollte eigentlich um 7h gehen, damit ich gegen 8h Richtung Quickborn zu meinem Kunden düsen kann. Und das ist schon spät! Die sind dort nämlich alle sehr sehr frühe Vögel … so und ich schaffe es natürlich, minutenlang den Wecker zu ignorieren und dann muss es wirklich schnell gehen: geduscht wird bei mir meistens abends nach dem Sport, also schnell frisch machen, rein in die Klamotten, bisschen Farbe aufgelegt, dringend muss ein guter Kaffee gezaubert werden, ein kleiner Obstsalat geschnippelt, mal kurz durch social media durch, ein paar Sachen wie Teebeutel, Nüsse… in die Tasche gestopft und dann auch schon ab ins Auto.

Ich kann es drehen und wenden, aber meine 30-40h Minuten brauche ich für diesen Prozess. Und da ist noch nicht mal groß Hairstyling dabei (da hab ich morgens keine Lust zu).

Wie macht es also Alex Eagle?
Sie zieht fast immer das gleiche an, ihre „Rüstung“ wie sie es nennt als Basis: ein schwarzer Hosenanzug. Ja, ok, ich hab auch so ein paar „Gehen-immer“ Outfits: schwarze Hose, Bluse und wahlweise Blazer oder Strickjacke. Aber Rüstung? Mit dem Begriff hab ich ein Problem. Wahrscheinlich hat sie es nur so dahingesagt, aber ich möchte morgens nirgendwo hinfahren, wo ich eine „Rüstung“ benötige 😉
Sie rät weiter zu gefärbten Wimpern, um sich weitere Kriegsbemalung zu sparen und trägt nur ein wenig Lipgloss im Auto auf…. Wahrscheinlich trinkt sie ihren Kaffee im Büro und frühstückt gar nicht, das kann man dem Bericht nicht entnehmen. Ok. Kann man so machen. Aber will ich das?

Nein, will ich nicht. Für mich fühlt sich mein 30/40h Minuten Programm schon hektisch an und ich ärgere mich manchmal, wenn ich im Büro sitze und denke: Mist, das Oberteil paßt doch gar nicht zum Rest. Oder Mist, ich will ja heute Abend noch in die Bar, wieso hab ich nix ausgehtaugliches unter der Strickjacke? Oder einfach: MIST.

So habe ich beschlossen nun einfach eine Vierteilstunde früher aufzustehen. Jawohl, das tut weh. Aber letztlich fühlt sich damit mein Start in den Tag wesentlich entspannter an. Ich finde es wichtig, bewußt in den Tag zu starten. Die Hektik hält ja dann ein paar Stunden an. Oft sind es am Morgen und dann erst wieder spät am Abend die einzigen Minuten, die ich noch in der Hand habe 😉

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Und ich lege mir auch abends die Sachen zum Anziehen raus. Ich checke die WetterApp und meinen Terminkalender und wähle. Klingt richtig spießig, nicht wahr? Aber ich habe abends einfach einen klareren Kopf als morgens 😉 und somit liefert das einfach ein besseres Ergebnis.

stuhlganz

Also warum nicht? Jeder hat halt so sein Vorgehen am Morgen. Zum Glück muss ich morgens nur mich selbst fertig machen – ich glaube meine Kinder hätten permanent verschiedenfarbige Socken an und vertauschte Butterbrote in der Tasche!

Was seid ihr so für ein Typ? Auch eher Morgenmuffel oder startet ihr morgens schon so richtig durch?