Ich kann es gar nicht glauben, dass der erste Monat des neuen Jahres bereits rum ist. Schon sitzen wir im grauen Februar, nicht gerade mein Lieblingsmonat: der Neujahrsschwung ist weg und die Hoffnung auf Frühling weit entfernt. Wusstet ihr, dass der Februar statistisch gesehen der kälteste Monat ist? Und wir Nordlichter schaffen es nicht mal, uns diese trostlose Einerlei schön zu trinken, wie in manchem Regionen üblich 😉

Ja, wo ist er denn, der Neujahrsschwung? Kommen die Ziele schon wieder in Wanken? Immer öfter stelle ich fest, wie dieses „ich bin busy-Ding“ mich vor dem wahren Handeln abhält.

Den ganzen Tag renne ich rum (wenn ich nicht im Stau stehe): ich stehe auf, mache mich fertig, organisiere und manage Marketing-Projekte, fahre (oder stehe – hapüüüh) nach Hause, kaufe auf dem Rückweg ein, koche, esse, räume rum, treffe Freund, Freundin, Freunde, Family, Sport… und falle ins Bett. Was habe ich eigentlich getan? Was habe ich für mich, meine Ziele, meine Selbsterfüllung getan? Wenn ich Glück habe, habe ich einen Fachartikel gelesen und/oder ein Posting verfasst oder wie heute: einen halbwegs sinnvollen (sagt es mir!??) Blogartikel geschrieben.

Aber warum vergeuden wir so viel Zeit damit, wenn wir doch ein klein wenig Zeit mit dem verbringen könnten, was uns wirklich wichtig ist, was uns von oben bis unten glücklich macht, uns unseren Werten näher bringt und uns mit Leidenschaft erfüllt? Wenn wir etwas tun, was wir lieben? Denn etwas zu erschaffen, dabei leidenschaftlich, kreativ und ehrlich zu sich selbst zu sein kann wirklich beängstigend sein. Deshalb laufen wir davor weg.

Wenn ich morgens zur Arbeit gehe, mache ich mir keine großen Gedanken über das, was der Tag bringen wird. Ich weiß, wie ich mit den Projekten umgehen muss, die man mir überträgt, ich habe eine gute Beziehung zu meinen Kunden und ein gemeinsames Verständnis der Erwartungen.
Ich weiß, wie ich mit Widerständen auf dem Weg zum Projektergebnis umgehen muss. Das klingt auf den ersten Blick wunderbar. Aber auf einer tieferen Ebene fühle ich mich am Ende dieser Tage nicht immer produktiv, weil ich mich nicht wirklich kreativ herausgefordert fühle. Ich verbringe einen großen Teil meines Tages mit Projekten und Dingen, die mich auf Trapp halten, die aber auch sehr einfach sind (für mich).

Das ist solange kein Problem, bis ich mich nach innen wende. Dann merke ich, dass ich mich den wirklich wichtigen Aspekten meines Lebens (meine Leidenschaft für die Künste: Fotografie und Schreiben, Kreatives, Reisen, Sport, Kochen, Menschliches) nicht gewidmet habe. Warum? Weil ich so verbrannt bin von meiner ewigen „Busyness“, dass nichts für die Dinge übrig bleibt, die mir wirklich wichtig sind.

Meine persönlichen Projekte (Trendsahne ist eins davon, ein zweites ist in den Startlöchern :-)) sind dabei sowohl spannend als auch beängstigend. Weil sie mich, meinen „Erfolg“ bzw. „Misserfolg“, mein Herzblut direkt spiegeln. Es ist einfacher, meine Marketingprojekte (mit denen ich mein Geld verdiene, was auch wichtig ist) zu verfolgen, als mich dieser Herausforderung zu stellen: Gespiegelt zu werden und ggf. zu Scheitern.

Jetzt, da ich das runterschreibe (und ich werde hier nichts mehr zensieren ;-)) wird mir klar, dass ich meinem Herzen folgen muss – mir mehr Raum schaffen muss, mich der Herausforderung und meinem eigenen kleinen „change“ stellen muss.

Whoops – was das der Beginn einer Mini-Tagebuch Reihe?