Zwei Menschen lernen sich kennen. Sie tauschen ihre Namen aus, schütteln Hände, reden kurz über das Wetter, vielleicht über das Essen, bei dem sie gerade sitzen oder über den Wein, den sie gerade trinken. Ein wenig erinnert mich die Situation an den Storyteller-Club, von dem ich letzte Woche berichtete… Unweigerlich folgt die Frage:“Und was machst du beruflich?“ Ein Austausch folgt, mehr oder weniger lang… bewusst oder unbewusst setzen wir die ersten „Stempel“, kategorisieren. Wir glauben, unser Gegenüber kennen zulernen. Keiner fragt „Und? Liebst du deinen Job?“ Grenzen wahren…

Später, viel viel später dann die Frage „Und deine Hobbies sind?“ Es folgen Aussagen wie „ich koche gern, verreise 2 mal im Jahr, gehe laufen. Aber oft habe ich keine Zeit mehr dafür, Job und Familie halt…“.

Sukzessive haben wir angefangen, das, was wir lieben, zu begraben. Was ist aus den Träumen geworden, die wir leidenschaftlich und mit Herzchen verziert in die Poesiealben geschrieben haben? Der Feuerwehrmann sortiert nun Akten. Die Prima-Ballerina geht einmal die Woche zum Yoga. Der Alltag hat uns fest im Griff….

Lass uns diesen Griff mal ein wenig lockern. Lass uns daran arbeiten, die Dinge, die wir lieben wieder in unser Leben zu lassen… vielleicht einmal, zweimal die Woche? Zeit für mich, bewusst geplant. Allein das bewusste Planen löst ja schon ein Kribbeln im Bauch aus.  Letzte Woche habe ich darüber berichtet, wie 15 min. mehr Zeit am Morgen uns für den Rest des Tages positiv beflügeln.

Wie können wir vorgehen?

  1. Eine Liste: Schreibe auf, was du liebst und gern wieder tun möchtest. Große und kleine Dinge. Schätze den Zeitaufwand dafür. Auf meiner Liste steht z.B. jedes Jahr „einmal lang, einmal kurz“ zu verreisen. Schreibe auf: Kuchen backen, Yoga, mehr frische Luft…
  2. Die Planung: Es ist einfach zu sagen „ich bin zu beschäftigt“, daher solltest du deine Vorlieben in deinen Terminkalender eintragen. Aber sofort hast du dann „dates mit dir selbst“. So suche ich mir schon Anfang des Jahres einen Städtetrip und ein Fernziel und plane. Ich suche mir Reisepartner und fange an, darauf hinzusparen. Wir suchen die Zeitfenster und buchen. Check!

Und sehr bald geht vieles wieder mit mehr Leidenschaft einher. Vielleicht hast du gerade eine „Durststrecke“ im Job und tust dort banalen Kram. Solche Zeiten gibt es, aber es ist wichtig, einen leidenschaftlichen Ausgleich zu schaffen.

Welches sind deine Träume? Was würdest du gern tun und warum glaubst du, keine Zeit dafür zu haben?