Ihr lieben, seit zwei Monaten nehme ich mir vor endlich den Reisebericht über unsere tolle Bhutanreise zu schreiben. Jetzt aber! Los ging es am 20. Oktober mit einem Flug nach Bangkok. Man kann nicht direkt in den Bhutan einreisen, da es für den Flug besonders kleine Maschinen erfordert. Der Flughafen liegt in einem Tal und es gibt nur wenig ausgebildete Piloten, die dort überhaupt ein- und aus fliegen dürfen.
Nach unruhigem Flug kamen wir bei weit über 30 Grad also in Bangkok an und fuhren mit dem Taxi in unser Hotel. Dort wollten wir einfach nur am Pool chillen und abends Curry essen – wir beide kannten Bangkok und waren zu ko für Sightseeing. Außerdem mussten wir mitten in der Nacht raus, da unser Flieger nach Paro um 5.00h morgens ging. In Paro angekommen holten wir erst mal Cash und trafen dann auf unseren Fahrer und auf den Guide. Während meine Freundin noch recht munter war, spürte ich, wie mein Kreislauf während der kurvigen, 45-minütigen Fahrt zu unserem Hotel absackte – ich musste mich erst mal hinlegen. Serpentinen  – das Stichwort. Wer da empfindlich ist, sollte sich mit Tabletten gegen Reiseübelkeit ausstatten. Das ist aber auch das einzige, wovor ich „warne“ 🙂

So schauten wir uns dann ein wenig den Ort an. Guide und Fahrer waren sehr herzlich und freundlich, unser Guide sprach gutes Englisch und war sehr gläubig, dadurch brachte er uns den Buddhismus sehr authentisch nahe. Abends gab es dann das erste landesübliche Essen im Hotel: Reis und Gemüse. Naja und Chilli-Cheese: eine Käsesauce mit Chilli. Die Bhutanesen lieben Chillies: überall trocknen sie auf den Dächer und baumeln in der Gegend. (Übrigens wird durchaus auch mal Fisch oder Fleisch gegessen, aber überwiegend vegetarisch).

Am nächsten Tag ging es zu der großen Dordenma Statue in Thimphu. Wir hatten Glück, denn dort fanden gerade teachings statt und es tummelten sich Hunderte von Mönchen und Gläubigen. Die Atmosphäre war von Spiritualität geprägt. Es war unfassbar schön!

Nach Thimpu ging es weiter in Landesinnere in das Tal „Ha“. Dabei haben wir einen Dochu La (Pass) überquert, 3150 m hoch.

Leider war die Sicht auf das Himalaya Gebirge nicht klar, sodass wir nur die Spitzen der Berge erahnen konnten. Ich glaube ich war noch nie so weit oben und mir ging ganz schön die Pumpe!

Hier ist die Gedenkstätte für die Gefallenen des Krieges 2002/03, in dem der 4. König in erster Reihe kämpfte. Die Königsfamilie errichtete dort 108 (Glückszahl) Chorten.

Weiter ging es Richtung Ha. Auf dem Weg sehen wir Weihnachtssterne, Opuntien, viele Bananen-Bäume!, Bambus und eine Affen-Familie. Von den Föhren und Fichten hängen Moose und Farne wie Girlanden und Lametta herab.

Wir kommen spät in unserer Unterkunft an, es wurde schon dunkel, sodass wir hier nix mehr gemacht haben. Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Punakha. Vorher aber hielten wir am Chimi Lakhang, ein Pilgerort für unfruchtbare Frauen (auch für Europäerinnen und Amerikanerinnen), wir erreichen diesen durch die Reisfelder und gingen an einer Baumschule vorbei. Das lustige waren die ganze Phallus Symbole: überall ragten uns Holzpenisse entgegen in alles Größen und Farben, ganz schön lustig, meine Freundin musste unbedingt einen kaufen, wir haben uns schon kaputt gelacht bei dem Gedanken, damit durch die Flughafenkontrolle zu gehen.

In Punakha angekommen besichtigten wir die Post und ein Museum für Weberei. Das spannendste aber war der Besuch im Dzong. Der Punakha-Dzong wurde 1637 durch Ngawang Namgyal als Festung gegen die einfallenden Tibeter erbaut. Er brannte 1987 teilweise ab, wurde jedoch schnell wieder komplett aufgebaut und gilt als herausragendes Beispiel (Schmuckstück) der Klosterarchitektur Bhutans. Anders als die anderen Dzongs im Land, liegt der Punakha-Dzong nicht auf einer Hügelkuppe oder Anhöhe, sondern in einem Tal, am Zusammenfluss der beiden Flüsse Mochu und Pochu. Ein traumhafter Ort!

Am Abend ging es zurück nach Paro. Von dort sollte uns unser letztes Highlight erwarten: das Tiger Nest oder auch „Taktshang Kloster“.

Das wunderschöne Kloster schmiegt sich im Paro-Tal in 3.000 Meter Höhe an die Flanke des Himalaya-Gebirges und ist eine der heiligsten Stätten Bhutans. Der Legende nach soll Rinpoche, der zweite Buddha, der den Buddhismus nach Bhutan brachte, dort über 3 Jahre lang in einer Höhle meditiert haben.

Im Jahr 1692 wurde es auf einer Höhe von 3.120m erbaut. Der Legende nach soll der große Guru Rinpoche, der zweite Buddha auch unter Padmasambhava bekannt, im 8. Jahrhundert dort mit einer fliegenden Tigerin gelandet ist. Deshalb auch der Name des Klosters. Taktshang bedeutet übersetzt „Tigernest“. Das Kloster ist in all den Jahren dreimal abgebrannt und wieder aufgebaut worden.

Hinauf ging es zu Fuß (und soweit ich weiß ist dies die einzige Möglichkeit), wir starteten ganz früh am Morgen, um dem Massenandrang aus dem Weg zu gehen. Der Aufstieg dauerte keine 3 Std. und war gut zu bewältigen. Wir sind nun aber auch fit und haben eine Stunde weniger gebraucht, als unser Guide geplant hatte. Turnschuhe reichten aus, Zwiebellook ist empfehlenswert, wer nicht mehr so gut zu Fuß ist sollte sich Stöcke mitnehmen. Die gibt es aber dort auch zu kaufen. Ein wenig belustig waren wir angesichts einiger Touris, die aussahen, als wollen sie den Mount Everest besteigen. Dieses Kloster ist schon so ziemlich einmalig und wir hatten einige gesehen!

So, ihr lieben… das war lediglich ein Abriss, aber wir waren tatsächlich auch nur eine Woche dort. Und so viel gesehen!
Das Visum ist ja auch sehr teuer, aber ich finde in einer Woche sieht man wirklich viel! Man braucht halt sehr lange, um von A nach B zu kommen, denn außer dem Auto gibt es keine schnellere Reisemöglichkeit und aufgrund der Gebirge fährt man im Schnitt wohl so um die 30 km. Daher sind wir über den Osten des Landes und einen kleinen Abstecher nach Ha nicht wirklich weit rumgekommen, haben aber soweit alle Highlights erwischt.

Gebucht haben wir mit „Erlebe Bhutan“, es halt alles sehr reibungslos geklappt.

Ich kann eine Reise in den Bhutan sehr empfehlen!

Vielleicht ist das ja was für 2018?!